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1. Building Information Modeling (BIM) – Projektbeispiel aus der Instandsetzungsplanung
Dr. Holle Goedeke
WTM Engineers, Hamburg

Aufgrund der immer komplexer werdenden Bauwerke und der hohen Anforderungen an Kosten, Termine und Qualität besteht die Notwendigkeit einer zunehmenden Digitalisierung des Planungsprozesses und einer stärkeren Vernetzung der am Bau beteiligten Personen. Die Methode des Building Information Modeling (BIM) bietet vom ersten Planungsschritt bis zur Bauausführung in dieser Hinsicht viele Vorteile, die auch für die Instandsetzungsplanung gelten.
Die Möglichkeiten der BIM-Methode in der Instandsetzungsplanung werden anhand eines Projektbeispiels dargestellt. Dabei werden die wesentlichen Planungsphasen nach RiLi-SIB berücksichtigt. Auf Grundlage des 3D-Modells eines Stahlbetonbauwerks können Schäden und Fotos lagegenau verortet und mit weiteren Attributen in eine Datenbank aufgenommen werden. Darauf aufbauend erfolgt die Planung weitergehender Untersuchungen, deren Lage und Ergebnisse im 3D-Modell ergänzt werden können. Diese umfassende Darstellung des IST-Zustandes erleichtert die Ermittlung von Schadensmechanismen sowie die bauteilbezogene Planung von Instandsetzungsmaßnahmen. Weiterhin können die für die Ausschreibung benötigten Informationen aus der mitgeführten Datenbank entnommen werden. Abschließend dient das 3D-Modell zur Dokumentation der Ausführung.

 

 

2. Außergewöhnliche statische Maßnahmen bei der Instandsetzung einer Tiefgarage unter einem Wohn- und Geschäftshaus
Dipl.-Ing. Susanne Gieler-Breßmer
IGF Ingenieur-Gesellschaft für Bauwerksinstandsetzung Gieler-Breßmer & Fahrenkamp GmbH, Süßen
Björn Krocker, Projektleiter der Neuen Lübecker Norddeutschen Baugenossenschaft eG

Die in den Jahren 2018/ 2019 instandgesetzte Tiefgarage mit 54 Stellplätzen liegt unterhalb eines Wohn- und Geschäftshauses. Neben zahlreichen Wohneinheiten befinden sich in dem Gebäude diverse gewerbliche Einrichtungen.
Sämtliche tragenden Bauteile im Inneren der Tiefgarage bestehen aus Stahlbeton. Der Hauptteil des Gebäudes wurde in den Jahren 1973 – 1975 geplant und erstellt. Weder die Bodenplatte noch die Sockel der aufgehenden Stützen und Wände sind zum Zeitpunkt der Erbauung gegen Tausalz geschützt worden.
Im Jahr 2017 fand eine umfangreiche IST-Zustandserhebung in der Tiefgarage statt. Aufgrund der ausgeprägten Schäden infolge chloridinduzierter Korrosion an den Sockeln der aufgehenden Bauteile und der Schubbewehrung in den Einzelfundamenten war eine umgehende Instandsetzung angezeigt. Aufgrund der Untersuchungsergebnisse wäre bei zahlreichen Stützen umlaufend ein Betonabtrag zwischen 60 und 80 mm bis auf eine Höhe von 40 cm notwendig gewesen. Der Tragwerksplaner legte fest, dass der Betonabtrag aus statischen Gründen unmöglich war, da bei einigen Stützen bis zu 240 Tonnen Last von der Überbauung abzufangen waren. Die Fundamente waren stark geschädigt, so dass ein Betonabtrag von 10 cm auf den Draufsichten notwendig war. Die Restquerschnitte der Fundamente im Bauzustand waren statisch zu gering.
Im vorliegenden Beitrag wird das Instandsetzungskonzept mit dem Fokus auf die statisch außergewöhnlichen Vorarbeiten erläutert und die Umsetzung vor Ort im Detail dargestellt.

 

 

3. Ein Blick über den Tellerrand – Wie gehen andere EU-Länder mit Defiziten in der EN 1504 um?
Beispiel Österreich – Betoninstandsetzung im Ingenieurbau bzw. Tunnelbau – aktuelle Projekte
DI Bernhard Tatzl und Ing. Günter Vogl
VOGL.PLUS GmbH, Irdning (Österreich)

Als Basis sämtlicher Ausführungen und Planungen im Zusammenhang mit konstruktiver Betoninstandsetzung ist die EN1504 in der gültigen Fassung heranzuziehen. Daneben gibt es in Österreich den Verein der österreichischen Bautechnikvereinigung (OEBV), welcher auf dieser Grundlage in etlichen Arbeitskreisen die weitere Umsetzung und Festlegung von Richtlinien, Leitfäden & Qualitätsstandards entwickelt.
Der Vortrag soll einen Überblick über die Instandsetzung in Österreich und die damit verbundene Umsetzung der EN1504 samt weiteren Regelwerken und Festlegungen geben. Weiter werden im Vortrag die wichtigsten österreichischen Richtlinien kurz vorgestellt. Darunter fallen z.B. die RILI „Erhaltung und Instandsetzung“, „Spritzbeton“ und „Erhöhter baulicher Brandschutz für unterirdische Verkehrsbauwerke“.
Die Umsetzung in der Praxis wird anhand von abgewickelten Baustellen der Fa. VOGL.PLUS GmbH erläutert bzw. vorgestellt.

 

 

4. Licht am Ende des Tunnels – die neue Technische Regel „Instandhaltung von Betonbauteilen“ des DIBt
Dr.-Ing. Lars Wolff
Ingenieurbüro Raupach Bruns Wolff, Aachen

Seit dem Jahr 2007 wird an der Instandhaltungs-Richtlinie (IH-RL) als Nachfolger der RL SIB des DAfStb gearbeitet. Der Gelbdruck der IH-RL liegt seit Juni 2016 vor.
Da derzeit eine Fertigstellung der IH-RL nicht absehbar ist, wurde von der ArgeBau beschlossen, eine technische Regel zur Spezifikation von Leistungsmerkmalen und Anforderungen an Produkte für die Instandsetzung von Betonbauteilen zu erstellen, mit deren Hilfe Anforderungen an Bauprodukte projektspezifisch erfüllt werden können. Dieses für alle am Bau Beteiligten wertvolle Hilfsmittel wird von einer Projektgruppe innerhalb des Deutschen Instituts für Bautechnik erstellt. Die bereits im Jahr 2017 überarbeiteten Fassungen der ZTV-ING – Teile 3.4 und 3.5 sowie ZTV-W LB 219 werden im Zuge der Erstellung dieser technischen Regel berücksichtigt, so dass zukünftig, soweit möglich, einheit-liche Anforderungen an Produkte für die Betoninstandsetzung innerhalb und außerhalb des Regelungsbereichs der Landesbauordnungen gestellt werden.

 

 

5. Baurecht: Prüf- und Hinweispflichten in der Angebots- und Ausführungsphase
RA Dr. Martin Stelzner
Kanzlei Kapellmann & Partner, Mönchengladbach

„Drum prüfe, wer sich ewig bindet…“. Das Bestehen (oder vielmehr Behaupten) von Prüf- und Hinweispflichten ist auf der Baustelle und insbesondere bei der Auseinandersetzung über Planungs- und/oder Ausführungsfehler ein alles andere als seltenes Thema. Wer aber wann was genau wie zu prüfen hat (und was dann auch noch zu tun ist), stellt die Praxis immer wieder vor Probleme. Dies, obwohl das Bestehen der „Bedenkenhinweispflicht“ seit jeher zumindest abstrakt bekannt ist. Es ist an der Zeit, die Vergangenheit Revue passieren zu lassen und mögliche Wege für die Zukunft zu zeigen – insbesondere auch dazu, wo vielleicht auch einmal die Grenze des Hinweises sein sollte oder sogar sein muss. Denn manchmal ist dann auch Reden doch nur Silber.“

 

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